Pfahlgründung

Da der Boden nicht optimal tragfähig ist, ist eine Pfahlgründung unbedingt notwendig. Wir mussten uns auch sehr, sehr reinlesen in das Thema und sind momentan noch in der Angebotsphase.

Was ist eine Pfahlgründung?

In den Boden werden je nach Tragfähigkeit des Boden und nach der Größe bzw. Traglast des Hauses Pfähle in den Boden gerammt oder geschraubt.

Es gibt sicherlich zig verschiedene Varianten von Pfählen, diese zwei Varianten sind aber sicherlich die gängigsten laienhaft erklärt. Für beide Varianten muss im Vorfeld Folgendes vorhanden sein bzw. durchgeführt werden:

  • Baustraße, Baustrom, WC
  • evtl. im Baugrund befindliche Hindernisse (bspw. Altfundamente, große Steine etc.) müssen beseitigt sein
  • Statik und Ausführungsplanung
  • Einholung und Zustimmung der Unteren Wasserbehörde
  • Kampfmittelfreiheit muss bestätigt vorliegen (z. B. Luftbildauswertung)

Variante 1: Duktile Gusspfähle

Hier werden duktile Gusspfähle  in die Erde gerammt. Dabei wird immer ein Teil in den Boden „geschossen“ und das nächste hinterher usw. Bis man bei einer tragfähigen Schicht angelangt ist, die ausreichend tragfähig ist. Bei unserem Haus würden ca. 23 Pfähle benötigt. Marktführer in unserer Region ist die Fa. Motz, mit der Noriplana wohl die meisten Pfahlgründungen macht. Das Verfahren wird sicherlich nicht sehr leise sein und zusätzlich zu den oben genannten bauseitigen Vorleistungen muss noch zusätzlich Folgendes „erledigt“ werden:

  • vorher schon tlw. Erdaushub von ca. 10 cm im Bereich der einzubringenden Pfähle
  • Beweissicherung der umliegenden Gebäude: Durch das Einbringen der Pfähle kann es zu leichten Verschiebungen und damit Rissbildungen in der Nachbarschaftsbebauung kommen. Es sollten also vorher von einem Gutachter die Häuser in der umliegenden Nachbarschaft begutachtet werden, um bei eventuelle Streitigkeiten bei Rissen in den Nachbarhäusern zu prüfen, ob diese schon vorher vorhanden waren.

Variante 2: Bohrpfähle

Hier werden keine Pfähle in den Boden gerammt, sondern eine durchgehende Hohlbohrschnecke in den Boden getrieben. Wenn die notwendige Tiefe erreicht ist, wird  Beton mit Überdruck in die Hohlbohrschnecke gepumpt, während diese gleichzeitig herausgezogen wird. Nach dem Betonieren kann die Hohlbohrschnecke für die nächste Bohrung dann wieder von der Firma verwendet werden. Der fertige Betonpfahl kann nun (wenn nötig) noch oben gekappt und bewehrt werden.

Bei den duktilen Gusspfählen wird so lange der Pfahl in den Boden geschlagen bis es nicht mehr geht und somit eine tragfähige Schicht erreicht ist. Bei den Bohrpfählen verhält es sich insofern anders, dass quasi immer weiter gebohrt werden kann… also auch, wenn eigentlich schon die tragfähige Schicht erreicht ist. Aus diesem Grund werden hier im Vorfeld noch mal Drucksondierungen oder Ramm(kern)sondierungen vorgenommen, um die genaue Tiefe der tragfähigen Schicht zu ermitteln.

Unser Fazit:

Wir haben für beide Varianten von mehreren Firmen Angebote eingeholt und ausführlich verglichen. Ein echter Vergleich ist allerdings so gut wie unmöglich, da erst während der Pfahlgründung klar wird, wie tief man gründen muss bzw. ob durch evtl. Hindernisse etc. noch Zusatzkosten entstehen. Außerdem ist bei den Bohrpfählen die Baustelleneinrichtung ein ordentlicher Kostenpunkt, der sich erst bei einer höheren Anzahl von Pfählen relativiert.

Wir haben uns für die Bohrpfahl-Variante entschieden. Warum?

Ausschlaggebend war für uns, das bei den duktilen Gusspfählen laute „Herstellungsverfahren“ und der durch die Erschütterung notwendigen Beweissicherung im Vorfeld. Hier ist für uns nicht absehbar, ob es nachher wirklich Probleme gibt und welche Zusatzkosten dann auf uns zukommen werden. Zudem sehen wir persönlich ein Problem, die Termine des Gutachters mit sämtlichen Nachbarn zu koordinieren. Außerdem könnte schon das Begutachten im Vorfeld (vielleicht unberechtigte) Panik bei den Nachbarn erzeugen.

Jeder muss je nach Nachbarbebauung, Anzahl der benötigten Pfähle, Risikobereitschaft, Überzeugungskraft der Pfahlgründungsfirmen und der eigenen persönlichen Überzeugung leider selber eine Entscheidung fällen. Viel Erfolg 😉

 

Nachtrag: Hier ist ein interessanter Artikel über die Hafen-City in Hamburg (da musste nämlich ebenso eine Pfahlgründung gemacht werden).

Hier ist unser Beitrag zur Pfahlgründung durch die Fa. König Pfahlgründung

 

2 Antworten

  1. Stefan sagt:

    Danke für die gute Erklärung :-).
    Stehen leider vor dem gleichen Problem wie ihr, denn unser Bodengutachter hat eine Pfahlgründung empfohlen.

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